Motorradsafari im Murchison Falls NP

Samstag, 24.06.2017
Am Samstag wollten wir dann eine Safari unternehmen. Da wir kein Auto haben blieb zur Auswahl: Eine Tour in einem Touristenbus für sehr viel Geld, einem privaten Auto mit eigenem Fahrer für noch mehr Geld oder eine günstige Safari auf den eigenen Motorrädern mit einem Guide auf dem Sozius von Carsten. Wir entschieden uns für die letztere Option. Wir buchten also die Fähre in Paara, um in den Savannenteil des NP überzusetzen und organisierten uns am anderen Ufer einen Guide.

Die Safari gestaltete sich für Anja dann als absolutes Offroad-Training, für Carsten als Offroad-Spaß-Strecke mit Elefanten, Büffeln, Giraffen, Uganda-Koops und Water-Bucks, die den Wegesrand säumten.
Nach einer tieferen Sandstrecke stand zur Auswahl: Entweder zu den Hippo-Pools oder weiter in das Jagdgebiet der Löwen, um auch diese Tiere zu sehen. Da diese Ziele jeweils weitere 20km im unwegsamen Gelände (Anja empfand es jedenfalls als solches) entfernt lagen, plädierte sie zur Umkehr, um nicht in die Gefahr zu laufen, im Jagdgebiet zu stürzen und ggf. dann die Neugierde der Löwen auf sich zu ziehen.
Auf dem Rückweg passierten wir zwei Büffel, die jeweils einen Meter von der Piste entfernt standen. Wir mussten also zwischen beiden hindurch. Carsten fuhr vorneweg, der Guide gab den Tipp, etwas zügiger an dieser Stelle zu fahren. Als Anja dann, etwa 100 Meter hinterherhängend auch die Büffel passieren wollte (ebenfalls mit dem Tipp, Gas zu geben), war der eine Kollege bereits mehr auf uns aufmerksam geworden und Hufe scharrend, wutentbrannt mit dem Kopf schüttelnd ließ er dann aber auch Anja (mit 30km/h) schnaubend passieren… Wir könnten Euch auch an dieser Szene auch filmisch über die GoPro-Aufnahme teilhaben lassen, würde die GoPro in diesem Moment auch aufgenommen haben. Hat sie aber nicht. Leider ist das Aufladekabel für die Fernsteuerung irgendwo verloren gegangen, so dass die manuell gestartete Aufnahme wohl nicht gestartet ist.
Fazit dieser Safari: Insgesamt 90km durch den Murchinson NP, mit unvergesslichen Momenten in der Natur, der Landschaft und der Tiere, aber sehr wenig Möglichkeiten, auch mal anzuhalten, um die Tiere in Ruhe zu betrachten. Ein Auto eignet sich auf jeden Fall etwas besser für die Beobachtung von Tieren.

Am Nachmittag hatten wir dann Lust auf eine dreistündige Bootsfahrt zu den namensgebenden Wasserfällen dieses Parks. Leider waren aber auch alle Boote ausgebucht, uns blieb nichts Anderes übrig, als auf dem Landweg – man errät es kaum – auf den Motorrädern diese anzusteuern. Etwa 30 km entfernt lagen die Fälle und die Piste sollte gut zu fahren sein. War sie auch, bis auf etwa 10km steile Geröllabfahrten und etwa 4km Baustelle mit Tiefsand. Erneuter Offroadspaß für Carsten und Offroadtraining Nummer 2 für Anja an diesem Tag – allerdings unter der erschwerten Bedingung von etwa 40 Grad im Schatten.
Etwas gegrillt erreichten wir dann die sagenhaften Murchinson Falls und später dann, rechtzeitig zurück zum Dinner, glücklich und etwas erschöpft das Red Chilli Camp.

Die kommende Nacht hatten wir zum ersten Mal richtig Pech. In dieser Nacht hatte eine Gruppe Jugendlicher aus Kampala den Nationalpark!!! als Partyzone ausgesucht und anstelle von Tiergeräuschen und einer erholsamen Nacht unter Sternenhimmel wurde die schlaflose Nacht untermalt von johlend und grölend vollalkoholisierten Jugendlichen zu Disko-Bässen. Das Personal war nicht in der Lage, die Party zu beenden (oder gewillt). Mancher einer der Tagschicht hat sogar lieber mitgefeiert. Dieses Verhalten der Jugendlichen und die Duldung des Personals sind unserer Ansicht ein No-Go in einem Schutzgebiet für Tiere.
Total gerädert wachten wir dann mit den Klingeln des Weckers um 05.30 Uhr auf, wir wollten heute endlich mal früh los, um die geplanten 310km nach Fort Portal zu schaffen, allerdings fing es genau dann auch noch zu blitzen und donnern an und wir wurden von der dem Gewitter begleitenden Sintflut bis 10.00 Uhr aufgehalten.

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